Für die 34 nordrhein-westfälischen Kommunen in der größten finanziellen
Not könnten schon bald die ersten Mittel aus dem Stärkungspakt
Stadtfinanzen ausgezahlt werden. Wenn der Gesetzesentwurf mit den jetzt
vorgelegten Änderungsanträgen in der kommenden Woche vom Landtag
beschlossen wird. Die bereitgestellten 350 Millionen Euro Landesmittel
würden dann noch im Dezember ausgezahlt werden Beim Erarbeiten der
jeweiligen Konsolidierungspläne vor Ort bietet das Land zur
Unterstützung eine professionelle Beratung durch eine Task-Force an.
Das Konzept des Stärkungspaktes Stadtfinanzen basiert wesentlich auf
wissenschaftlichen Ergebnissen. So werden 80 Prozent des Geldes auf der
Grundlage einer finanzwissenschaftlichen Berechnung der Professoren Dr.
Martin Junkernheinrich und Dr. Thomas Lenk verteilt, die im Februar 2011
ihr Gutachten „Haushaltsausgleich und Schuldenabbau“ vorgelegt hatten.
20 Prozent der Landeshilfe werden als Grundbetrag über einen
Einwohnerschlüssel gezahlt.
Dadurch wird erreicht, dass auch die kleineren Gemeinden ausreichende Leistungen aus dem Stärkungspakt erhalten.
Die Gutachter haben einen Mehrjahresdurchschnitt der Haushaltsdaten der Jahre
2004 bis 2007 gebildet und bei den Soziallasten auch noch die Daten des Jahres
2008 berücksichtigt. Ebenfalls eingerechnet wurde eine Prognose zur Höhe
und Entwicklung der Zinslast für Liquiditätskredite. Auf diese Weise
ergibt sich ein umfassendes Bild der Kommunalfinanzen.
Der Stärkungspakt Stadtfinanzen ist bereits das zweite große Hilfspaket,
das die Landesregierung zur Unterstützung der Kommunen auf den Weg
gebracht hat. In einem ersten Schritt hatte das Land unmittelbar nach
dem Regierungswechsel den kommunalen Steuerverbund um mehr als
300;Millionen Euro jährlich aufgestockt. Hiervon profitieren alle
Kommunen. Für die 34 Gemeinden in der ersten Stufe des Stärkungspaktes
bedeutet dies jährliche Verbesserungen von 41,7 Millionen Euro.
Insgesamt erhalten sie im nächsten Jahr rund 1,6 Milliarden Euro aus dem
Gemeindefinanzierungsgesetz.
Außerdem können die Kommunen im Stärkungspakt Stadtfinanzen die
schrittweise ansteigende Übernahme der Soziallasten durch den Bund
einplanen. Der Bund wird ab 2014 die Ausgaben im Bereich der
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung voll übernehmen. Träger
dieser Aufgabe sind die kreisfreien Städte und die Kreise. Sie können
dann mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von rund 78 Millionen Euro
jährlich rechnen. Für Oberhausen bedeutet dies voraussichtlich elf
Millionen Euro. Bei den kreisangehörigen Kommunen werden indirekt
Entlastungen bei der Kreisumlage erwartet.
Eine Tabelle mit Erläuterungen zu den voraussichtlichen Entlastungswirkungen für die 34 Kommunen findest Du anbei sowie eine Übersicht zum Kommunalrecht NRW.