Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD

15.08.2019 Die gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagierte Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre mit Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem parlamentarischen Arm der radikalen Rechten, der AFD, herausgegeben.  Im 70. Jahr des Bestehens wird das Grundgesetz wie wohl noch nie von innen angegriffen. Bei den Angriffen geht es nicht nur um einzelne Artikel des Grundgesetzes, sondern um die zentralen Prinzipien unserer Verfassung, wie Menschenwürde, Gleichstellung, Presse- und Religionsfreiheit.
Mit der Handreichung sollen Informationen und Handlungsempfehlungen für die Auseinandersetzung mit der radikalen Rechten an die Hand gegeben werden. Denn es geht nicht nur um einen Meinungsstreit, sondern um die Verteidigung der offenen Gesellschaft und des demokratischen Miteinanders. So soll z.B. in den sozialen Medien sich überall dort  eingemischt werden, wo AfD-Bilder oder -Argumente in der eigenen Timeline oder in der Kommentarspalte einer anderen Facebook-Seite geteilt werden. Für wenig sinnvoll wird dagegen das Besuchen von AfD-Profilen erachtet. Ebenso das Framing und die Reproduktion von Inhalten der Partei, Dies erhöht die Reichweite der Beiträge.

Das wichtigste Mittel gegen die Inszenierung der Politiker ist es z.B. in den Parlamenten die eigenen Themen, das eigene Gesellschaftsbild und demokratische, pluralistische Werte offensiv einzubringen und zu vertreten“. Auseinandersetzungen sollten sich nicht auf Entgegnungen von Wortbeiträgen beschränken. Es solle um Sachthemen gehen und Kontrapunkte gesetzt werden, die das eigene Gesellschaftsbild präsentieren.

Demokratie in Gefahr.
Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AFD
Amadeu Antonio Stiftung (Hrg.)
Berlin, 2019
Seitenanzahl: 77
ISBN / DOI: 978-3-940878-42-7
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Die Amadeu Antonio Stiftung hat ihren Sitz in Heidelberg und wurde 1998 gegründet. Benannt wurde sie nach Amadeu Antonio Kiowa, einem der ersten Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung 1990. Sie will die demokratische Zivilgesellschaft stärken und wendet sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.